Wird eine Wallbox am Stromzähler oder am Sicherungskasten angeschlossen?
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Wird eine Wallbox am Stromzähler oder am Sicherungskasten angeschlossen?

Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos entscheiden sich immer mehr Hausbesitzer dafür, eine eigene Wallbox zu installieren. Doch vor der Installation stellt sich häufig eine wichtige Frage: Wird eine Wallbox direkt am Stromzähler oder am Sicherungskasten angeschlossen?

Die richtige elektrische Verbindung ist entscheidend für einen sicheren, zuverlässigen und effizienten Ladevorgang. Eine Wallbox benötigt eine geeignete Stromversorgung, eine korrekt dimensionierte Verkabelung und passende Schutzeinrichtungen, um die elektrische Belastung beim Laden eines Elektroautos sicher zu bewältigen.

Bei einer typischen Installation im Wohngebäude wird die Wallbox über einen eigenen Stromkreis mit dem Sicherungskasten beziehungsweise der Unterverteilung verbunden. Ein direkter Anschluss an den Stromzähler ist normalerweise nicht vorgesehen.

Der Stromzähler erfasst den Stromverbrauch des gesamten Haushalts. Der Sicherungskasten hingegen verteilt die elektrische Energie auf die einzelnen Stromkreise und schützt diese vor Überlastung und Kurzschlüssen.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie eine Wallbox an das elektrische Hausnetz angeschlossen wird, welche Unterschiede zwischen Stromzähler und Sicherungskasten bestehen und warum Sicherungen sowie FI-Schutzschalter für eine sichere Ladeinfrastruktur unverzichtbar sind.

1. Wird eine Wallbox am Stromzähler oder am Sicherungskasten angeschlossen?

Die kurze Antwort lautet: Eine Wallbox wird normalerweise am Sicherungskasten und nicht direkt am Stromzähler angeschlossen.

Obwohl beide Komponenten zum elektrischen Versorgungssystem eines Gebäudes gehören, erfüllen sie unterschiedliche Aufgaben.

Der Stromzähler misst die elektrische Energie, die ein Haushalt verbraucht. Dazu gehören beispielsweise Strom für Beleuchtung, Haushaltsgeräte, Heizsysteme und das Laden eines Elektroautos.

Der Sicherungskasten, auch Verteiler oder Unterverteilung genannt, verteilt den Strom auf die verschiedenen Stromkreise des Gebäudes. Gleichzeitig enthält er wichtige Schutzeinrichtungen, die bei elektrischen Fehlern die Stromversorgung unterbrechen.

Ein typischer Anschluss einer Wallbox sieht folgendermaßen aus:

Öffentliches Stromnetz → Hausanschluss → Stromzähler → Sicherungskasten → Separater Wallbox-Stromkreis → Wallbox → Elektroauto

Die Wallbox erhält ihre Energie somit über einen entsprechend abgesicherten Stromkreis.

Je nach Installationsart wird sie fest mit dem Stromkreis verbunden oder über eine dafür geeignete Steckvorrichtung betrieben.

Welche Anschlussart infrage kommt, hängt von der Leistung der Wallbox, den technischen Anforderungen und den geltenden elektrotechnischen Vorschriften ab.

2. Welche Funktion hat der Stromzähler?

Der Stromzähler ist ein wesentlicher Bestandteil der elektrischen Versorgung eines Gebäudes. Seine Hauptaufgabe besteht darin, den Stromverbrauch zu erfassen.

Er befindet sich üblicherweise im Zählerschrank und misst die elektrische Energie, die ein Haushalt aus dem öffentlichen Stromnetz bezieht.

Wie funktioniert ein Stromzähler?

Wenn elektrische Energie in ein Gebäude gelangt, wird sie über die entsprechende elektrische Installation verteilt.

Der Stromzähler erfasst dabei den Energieverbrauch in Kilowattstunden (kWh).

Wird eine Wallbox betrieben, erfasst der Stromzähler auch die dafür benötigte elektrische Energie.

Verbraucht ein Haushalt beispielsweise Strom für Beleuchtung, Kochen, Haushaltsgeräte und das Laden eines Elektroautos, wird der gesamte Verbrauch entsprechend gemessen.

Benötigt eine Wallbox einen eigenen Stromzähler?

Nein, normalerweise ist kein separater Stromzähler erforderlich.

Die meisten privaten Wallboxen werden über den vorhandenen Haushaltsstromzähler betrieben. Der Stromverbrauch für das Laden des Elektroautos wird dabei gemeinsam mit dem übrigen Haushaltsverbrauch erfasst.

Ein zusätzlicher Stromzähler oder Unterzähler kann jedoch sinnvoll sein, wenn der Stromverbrauch der Wallbox separat erfasst werden soll.

Das ist beispielsweise interessant, wenn Haushalte ihre Ladekosten genau überwachen oder den Stromverbrauch für das Elektroauto unabhängig vom übrigen Haushaltsverbrauch auswerten möchten.

Wann muss der Stromzähler aufgerüstet werden?

Obwohl eine Wallbox normalerweise über den Sicherungskasten angeschlossen wird, kann die vorhandene elektrische Anschlussleistung möglicherweise nicht ausreichen.

Ältere Gebäude verfügen teilweise über elektrische Installationen, die nicht für die zusätzliche Belastung durch eine leistungsstarke Wallbox ausgelegt sind.

In solchen Fällen kann eine Elektrofachkraft beispielsweise folgende Maßnahmen empfehlen:

  • Anpassung der elektrischen Anschlussleistung.

  • Modernisierung des Zählerschranks.

  • Erweiterung oder Erneuerung der Hauptverteilung.

  • Installation eines intelligenten Lastmanagementsystems.

  • Begrenzung der verfügbaren Ladeleistung.

Eine solche Aufrüstung ist nicht grundsätzlich erforderlich. Zunächst muss geprüft werden, ob die vorhandene elektrische Infrastruktur die zusätzliche Belastung sicher bewältigen kann.

3. Warum wird eine Wallbox am Sicherungskasten angeschlossen?

Der Sicherungskasten ist die zentrale Verteilstelle für die elektrische Energieversorgung eines Gebäudes.

Er enthält verschiedene Schutzvorrichtungen, die elektrische Leitungen und angeschlossene Geräte vor Überlastung, Kurzschlüssen und Fehlerströmen schützen.

Bei einer Wallbox ist dieser Schutz besonders wichtig, da Elektroautos während des Ladevorgangs über mehrere Stunden hinweg eine relativ hohe elektrische Leistung aufnehmen können.

Separater Stromkreis für die Wallbox

Eine fest installierte Wallbox benötigt in der Regel einen eigenen Stromkreis.

Das bedeutet, dass sie nicht einfach zusammen mit anderen Haushaltsgeräten über einen beliebigen vorhandenen Stromkreis betrieben werden sollte.

Ein separater Stromkreis bietet mehrere Vorteile:

  • Verringert das Risiko einer Überlastung vorhandener Stromkreise.

  • Ermöglicht eine gezielte elektrische Absicherung.

  • Unterstützt den sicheren Dauerbetrieb.

  • Erleichtert Wartungsarbeiten und die elektrische Trennung.

  • Verbessert die Zuverlässigkeit der Ladeinfrastruktur.

Der Stromkreis muss entsprechend der maximalen Ladeleistung, der Stromaufnahme und den Installationsbedingungen dimensioniert werden.

Leitungsschutzschalter und Überstromschutz

Ein Leitungsschutzschalter ist eine wichtige Schutzeinrichtung im Sicherungskasten.

Seine Aufgabe besteht darin, den Stromkreis automatisch abzuschalten, wenn ein zu hoher Strom fließt.

Bei einer Überlastung oder einem Kurzschluss kann der Leitungsschutzschalter die Stromversorgung unterbrechen und dadurch die Gefahr einer Überhitzung oder Beschädigung der elektrischen Anlage reduzieren.

Die Auswahl des passenden Leitungsschutzschalters richtet sich unter anderem nach:

  • Der maximalen Stromaufnahme der Wallbox.

  • Dem Leitungsquerschnitt.

  • Der Verlegeart.

  • Den Umgebungsbedingungen.

  • Den geltenden elektrotechnischen Vorschriften.

FI-Schutzschalter für die Wallbox

Neben dem Leitungsschutzschalter ist auch der Fehlerstromschutz wichtig.

Ein FI-Schutzschalter, auch Fehlerstrom-Schutzeinrichtung oder RCD genannt, erkennt Fehlerströme und unterbricht bei entsprechenden Fehlerbedingungen die Stromversorgung.

Dadurch kann das Risiko eines gefährlichen elektrischen Schlags reduziert werden.

Bei Wallboxen muss außerdem der Schutz vor glatten Gleichfehlerströmen berücksichtigt werden.

Je nach Ausstattung der Ladestation und Installationskonzept kann beispielsweise eine der folgenden Lösungen erforderlich sein:

  • FI-Schutzschalter Typ B.

  • FI-Schutzschalter Typ A in Verbindung mit einer geeigneten Gleichfehlerstrom-Überwachungseinrichtung (RDC-DD).

  • FI-Schutzschalter Typ F in Verbindung mit einer geeigneten Gleichfehlerstrom-Überwachungseinrichtung, sofern die normativen Anforderungen erfüllt sind.

Eine Wallbox mit integrierter Gleichfehlerstromerkennung kann unter bestimmten Voraussetzungen den Einsatz einer zusätzlichen externen Schutzvorrichtung beeinflussen.

Welche Schutzkombination tatsächlich erforderlich ist, muss anhand der technischen Ausstattung der Wallbox und der geltenden Vorschriften beurteilt werden.

4. Welche Funktion hat eine Wallbox-Sicherung?

Eine Sicherung ist ein wichtiger Bestandteil der elektrischen Schutztechnik. Sie unterbricht den Stromkreis, wenn ein unzulässig hoher Strom auftritt.

Bei einer Wallbox können unterschiedliche Sicherungen und Schutzvorrichtungen eingesetzt werden, um die elektrischen Leitungen und Gerätekomponenten zu schützen.

Schutz vor Überstrom

Eine der wichtigsten Aufgaben einer Sicherung ist der Schutz vor übermäßigem Stromfluss.

Wenn der Strom einen bestimmten Grenzwert überschreitet und die entsprechenden Auslösebedingungen erfüllt sind, unterbricht die Sicherung den Stromkreis.

Dadurch wird verhindert, dass sich elektrische Leitungen oder angeschlossene Komponenten gefährlich erhitzen.

Schutz vor Kurzschlüssen

Ein Kurzschluss kann innerhalb kürzester Zeit einen sehr hohen Strom verursachen.

Ohne geeignete Schutzeinrichtungen können dadurch elektrische Leitungen, Geräte und andere Komponenten beschädigt werden.

Eine korrekt dimensionierte Sicherung beziehungsweise ein geeigneter Leitungsschutzschalter kann den Fehlerstrom unterbrechen und die Anlage schützen.

Schutz empfindlicher Komponenten

Eine Wallbox enthält verschiedene elektrische und elektronische Bauteile, die innerhalb bestimmter Spannungs- und Stromgrenzen betrieben werden müssen.

Abhängig von der Konstruktion können interne Sicherungen oder zusätzliche Schutzkomponenten vorhanden sein.

Diese schützen bestimmte Bauteile vor elektrischen Fehlern.

Wichtig ist jedoch: Eine interne Wallbox-Sicherung ersetzt nicht die erforderlichen Schutzvorrichtungen in der Gebäudeinstallation.

Jede Schutzeinrichtung erfüllt eine bestimmte Aufgabe innerhalb des gesamten elektrischen Schutzkonzepts.

5. Was ist der Unterschied zwischen einer Sicherung und einem Leitungsschutzschalter?

Obwohl Sicherungen und Leitungsschutzschalter beide zum Schutz elektrischer Stromkreise eingesetzt werden, funktionieren sie unterschiedlich.

Merkmal Schmelzsicherung Leitungsschutzschalter
Hauptfunktion Unterbricht den Stromkreis bei Überstrom Schaltet bei Überlastung oder Kurzschluss ab
Funktionsweise Ein Schmelzleiter schmilzt Ein mechanischer Auslösemechanismus wird aktiviert
Wiederverwendbarkeit Muss nach dem Auslösen ersetzt werden Kann nach Fehlerbehebung wieder eingeschaltet werden
Schutzwirkung Überstrom- und Kurzschlussschutz Überlast- und Kurzschlussschutz
Einsatzbereich Verschiedene elektrische Schutzsysteme Häufig im Sicherungskasten
Wartung Austausch nach dem Auslösen Prüfung und gegebenenfalls Wiedereinschalten

Beide Schutzvorrichtungen können in elektrischen Anlagen eine wichtige Rolle spielen.

Welche Lösung verwendet wird, hängt von der jeweiligen Anwendung und den technischen Anforderungen ab.

Eine fachgerecht geplante Wallbox-Installation kann mehrere Schutzvorrichtungen kombinieren, um unterschiedliche elektrische Gefahren abzudecken.

6. Welche elektrische Anschlussleistung benötigt eine Wallbox?

Die elektrischen Anforderungen einer Wallbox hängen von ihrer Ladeleistung, der verfügbaren Netzspannung und der maximalen Stromaufnahme ab.

Im privaten Bereich sind vor allem Wallboxen mit 11 kW und 22 kW Ladeleistung verbreitet.

Wallbox mit 11 kW

Eine 11-kW-Wallbox wird normalerweise an einen dreiphasigen 400-V-Anschluss angeschlossen.

Bei symmetrischer Belastung beträgt die Stromaufnahme etwa 16 Ampere pro Phase.

Diese Ladeleistung ist für viele private Haushalte ausreichend und ermöglicht das komfortable Laden des Elektroautos über Nacht.

Wallbox mit 22 kW

Eine 22-kW-Wallbox benötigt ebenfalls einen dreiphasigen 400-V-Anschluss.

Bei voller Leistung beträgt die Stromaufnahme etwa 32 Ampere pro Phase.

Sie ermöglicht eine höhere Ladegeschwindigkeit, setzt allerdings eine entsprechend ausgelegte elektrische Installation voraus.

In Deutschland ist bei einer Wallbox mit 22 kW grundsätzlich die Zustimmung des zuständigen Netzbetreibers erforderlich.

Welche Ladeleistung ist für zu Hause sinnvoll?

Für viele private Haushalte ist eine 11-kW-Wallbox eine praktische Lösung.

Die Entscheidung hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab:

  • Der täglichen Fahrleistung.

  • Der Batteriekapazität des Elektroautos.

  • Der verfügbaren Anschlussleistung.

  • Der vorhandenen Elektroinstallation.

  • Der gewünschten Ladedauer.

  • Der Möglichkeit eines intelligenten Lastmanagements.

Nicht jedes Elektroauto kann die maximale Ladeleistung einer 22-kW-Wallbox nutzen. Deshalb sollte die Auswahl auf das Fahrzeug und die vorhandene elektrische Infrastruktur abgestimmt werden.

7. Was sollte vor der Installation einer Wallbox beachtet werden?

Vor der Installation einer Wallbox sollten verschiedene technische und praktische Aspekte geprüft werden.

1. Vorhandene elektrische Anschlussleistung

Zunächst muss festgestellt werden, ob der bestehende Hausanschluss die zusätzliche elektrische Belastung bewältigen kann.

Eine Wallbox kann über mehrere Stunden hinweg eine hohe Leistung aufnehmen.

Deshalb sollte eine Elektrofachkraft den Hausanschluss, den Zählerschrank, die Hauptsicherungen und die vorhandenen Stromkreise überprüfen.

2. Richtige Dimensionierung der Kabel

Die elektrische Leitung zwischen Sicherungskasten und Wallbox muss entsprechend der vorgesehenen Ladeleistung dimensioniert werden.

Bei der Auswahl des Leitungsquerschnitts spielen verschiedene Faktoren eine Rolle:

  • Maximale Stromaufnahme.

  • Leitungslänge.

  • Verlegeart.

  • Umgebungstemperatur.

  • Spannungsfall.

  • Häufung weiterer Leitungen.

  • Geltende elektrotechnische Vorschriften.

Ein zu geringer Leitungsquerschnitt kann zu einer übermäßigen Erwärmung führen und ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen.

3. Geeignete Schutzvorrichtungen

Eine Wallbox benötigt ein auf die jeweilige Installation abgestimmtes Schutzkonzept.

Dazu können gehören:

  • Leitungsschutzschalter.

  • FI-Schutzschalter.

  • Gleichfehlerstromerkennung.

  • Überspannungsschutz, sofern erforderlich oder vorgesehen.

  • Geeignete Trenn- und Abschaltvorrichtungen.

Die Auswahl und Kombination dieser Komponenten muss den technischen Anforderungen der Ladestation und den geltenden Vorschriften entsprechen.

4. Geeigneter Installationsort

Auch der Standort der Wallbox beeinflusst die Installation.

Eine Wallbox in einer Garage kann andere Anforderungen an die Leitungsführung stellen als eine Ladestation an einer Außenwand oder auf einem privaten Stellplatz.

Bei einer Außeninstallation müssen die Geräte und elektrischen Komponenten für die jeweiligen Umgebungsbedingungen geeignet sein.

5. Zukünftigen Strombedarf berücksichtigen

Bei der Planung sollte auch der zukünftige Strombedarf berücksichtigt werden.

Möglicherweise wird später ein weiteres Elektroauto angeschafft oder zusätzliche elektrische Verbraucher werden installiert.

Eine vorausschauende Planung kann helfen, spätere Erweiterungen einfacher und kostengünstiger umzusetzen.

8. Kann eine Wallbox direkt am Stromzähler angeschlossen werden?

Bei einer üblichen Installation im Wohngebäude wird eine Wallbox nicht direkt am Stromzähler angeschlossen.

Der Stromzähler dient ausschließlich der Erfassung des Energieverbrauchs. Die elektrische Verteilung und die erforderliche Absicherung erfolgen über die dafür vorgesehenen Verteilungseinrichtungen.

In bestimmten Gebäuden können jedoch besondere Anschlusskonzepte verwendet werden.

Beispielsweise kann eine separate Unterverteilung für die Wallbox eingerichtet werden. Auch spezielle Messkonzepte mit zusätzlichen Stromzählern sind möglich.

Unabhängig von der Anschlussvariante müssen sämtliche erforderlichen Schutzmaßnahmen gewährleistet sein.

Arbeiten am Zählerschrank oder an der elektrischen Einspeisung dürfen nur von entsprechend qualifizierten und zugelassenen Fachkräften durchgeführt werden.

Ein direkter Anschluss an ungeschützte elektrische Versorgungsleitungen oder eine Umgehung des Sicherungskastens ist keine geeignete Installationslösung.

9. Was passiert, wenn eine Wallbox den Stromkreis überlastet?

Wenn eine Wallbox mehr Strom aufnimmt, als der Stromkreis sicher bereitstellen kann, können die vorhandenen Schutzvorrichtungen die Stromversorgung unterbrechen.

Bei einer Überlastung oder einem Kurzschluss kann beispielsweise der Leitungsschutzschalter auslösen.

Abhängig von der Art des Fehlers kann auch eine Sicherung den Stromkreis unterbrechen.

Häufige Ursachen für Probleme beim Laden sind:

  • Überlastung des elektrischen Stromkreises.

  • Falsch dimensionierter Leitungsschutzschalter.

  • Zu geringer Leitungsquerschnitt.

  • Beschädigte Ladekabel oder Steckverbindungen.

  • Lose elektrische Anschlüsse.

  • Defekte Komponenten innerhalb der Wallbox.

  • Unzureichende elektrische Anschlussleistung.

Wenn der Leitungsschutzschalter während des Ladevorgangs wiederholt auslöst, sollte die Ursache unbedingt von einer Elektrofachkraft untersucht werden.

Ein wiederholtes Einschalten der Sicherung, ohne den eigentlichen Fehler zu beheben, ist keine sichere Lösung.

10. Häufig gestellte Fragen zum Anschluss einer Wallbox

Frage 1: Wird eine Wallbox am Stromzähler oder am Sicherungskasten angeschlossen?

Eine Wallbox wird normalerweise über einen eigenen, entsprechend abgesicherten Stromkreis mit dem Sicherungskasten verbunden. Der Stromzähler erfasst den gesamten Stromverbrauch des Gebäudes einschließlich des Energieverbrauchs für das Laden des Elektroautos.

Frage 2: Benötigt eine Wallbox einen eigenen Leitungsschutzschalter?

Ja, eine fest installierte Wallbox benötigt in der Regel einen eigenen Stromkreis mit einem entsprechend dimensionierten Leitungsschutzschalter. Die genaue Auslegung hängt von der Ladeleistung und den technischen Anforderungen der Installation ab.

Frage 3: Braucht eine Wallbox einen separaten Stromzähler?

Nein, ein zusätzlicher Stromzähler ist normalerweise nicht erforderlich. Die meisten privaten Wallboxen nutzen den vorhandenen Haushaltsstromzähler. Ein zusätzlicher Unterzähler kann jedoch sinnvoll sein, um den Stromverbrauch des Elektroautos separat zu erfassen.

Frage 4: Kann ich eine Wallbox an einen vorhandenen Haushaltsstromkreis anschließen?

Das hängt von der Art der Ladeeinrichtung und den technischen Voraussetzungen ab. Eine fest installierte Wallbox benötigt in der Regel einen eigenen, fachgerecht geplanten Stromkreis. Ein vorhandener Haushaltsstromkreis sollte nicht ohne vorherige Prüfung verwendet werden.

Frage 5: Welche Sicherung benötigt eine 11-kW-Wallbox?

Bei einer 11-kW-Wallbox beträgt die Stromaufnahme bei dreiphasigem Betrieb normalerweise etwa 16 Ampere pro Phase.

Die Auswahl des Leitungsschutzschalters richtet sich jedoch nicht allein nach der Ladeleistung. Auch Leitungsquerschnitt, Verlegeart, Belastbarkeit und Installationsbedingungen müssen berücksichtigt werden.

Frage 6: Besitzt eine Wallbox eine interne Sicherung?

Einige Wallboxen verfügen über interne Sicherungen oder weitere Schutzkomponenten. Ob diese vorhanden sind, hängt von der jeweiligen Gerätekonstruktion ab.

Interne Sicherungen ersetzen jedoch nicht die erforderlichen Schutzvorrichtungen der elektrischen Gebäudeinstallation.

Frage 7: Was passiert, wenn die Sicherung der Wallbox auslöst?

Wenn eine Sicherung auslöst, wird der Stromkreis unterbrochen. Dadurch sollen Schäden durch Überstrom oder elektrische Fehler verhindert werden.

Vor der Wiederinbetriebnahme muss die Ursache des Fehlers festgestellt und behoben werden. Ein Austausch der Sicherung darf nur entsprechend den technischen Vorgaben erfolgen.

Frage 8: Reicht ein Leitungsschutzschalter für die Absicherung einer Wallbox aus?

Nein, ein Leitungsschutzschalter allein reicht nicht in jedem Fall aus. Zusätzlich muss ein geeigneter Fehlerstromschutz gewährleistet sein.

Je nach Wallbox und Installationskonzept können weitere Schutzvorrichtungen erforderlich sein, insbesondere zur Erkennung von Gleichfehlerströmen.

Fazit

Wird eine Wallbox am Stromzähler oder am Sicherungskasten angeschlossen?

Bei einer typischen Installation im privaten Wohngebäude wird die Wallbox über einen eigenen Stromkreis am Sicherungskasten angeschlossen und nicht direkt mit dem Stromzähler verbunden.

Während der Stromzähler den gesamten Energieverbrauch des Haushalts erfasst, übernimmt der Sicherungskasten die Stromverteilung und den Schutz der einzelnen Stromkreise.

Für eine sichere Wallbox-Installation sind richtig dimensionierte Leitungen, geeignete Leitungsschutzschalter, ein passender FI-Schutz und eine ausreichende elektrische Anschlussleistung erforderlich.

Zusätzliche Sicherungen innerhalb der Wallbox können weitere Komponenten schützen und ergänzen das Schutzkonzept der gesamten Ladeeinrichtung.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos wird es immer wichtiger, die elektrische Infrastruktur hinter dem Ladevorgang zu verstehen.

Die richtige Anschlussart und ein fachgerecht geplantes Schutzkonzept sind entscheidend, um das Elektroauto zu Hause sicher, zuverlässig und effizient laden zu können.